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12. April 2021: Keine Phantomdebatte - Nachtangelverbot ist real

- SPD steht an der Seite der Angler -

Bereits im Herbst 2020 gab es Signale, dass der Verordnungstext für das FFH-Gebiet "Untere Leine" ein Nachtangelverbot vorsieht. Im September hatten die Wunstorfer SPD-Regionsabgeordnete Frauke Meyer-Grosu und der baupolitische Sprecher der Wunstorfer SPD-Ratsfraktion, Martin Ehlerding, dazu ein erstes Gespräch mit einem Vertreter eines Wunstorfer Anglervereins. Seitdem hat es noch viele weitere Gespräche zu dem Thema gegeben und die SPD sowohl in Wunstorf als auch auf Regionsebene hat sich gegen ein Nachtangelverbot in dem neuen FFH-Gebiet ausgesprochen.

Die Äußerungen der zuständigen Dezernentin und Kandidatin für das Regionspräsidentenamt Christine Karasch sowie zuletzt auch vom Wunstorfer CDU-Regionsabgeordneten Manfred Wenzel, dass die Angler die vernünftige Gesprächsebene verlassen und sich einem Kompromiss verschlossen hätten, lässt sich nicht nachvollziehen. Die Vertreter der Angler haben gleich zu Beginn der Diskussion die Frage der Verhältnismäßigkeit zwischen dem Ziel des Schutzes von Fledermäusen und dem Nachtangelverbot auf mehreren Kilometern der Leine ins Zentrum der Auseinandersetzung gerückt. Die Anzahl der Fledermäuse, die in den letzten Jahrzehnten in Europa (nicht Deutschland) durch Angelschnüre verletzt wurden, liegt laut der auch von der Dezernentin zu Rate gezogenen Studie aus dem Jahr 2002 unter 30 Fällen. Die Angler haben daher als effektives Mittel zur Verhinderung von Verletzungen die abgesenkte Rute vorgeschlagen. Auf diese Weise wird verhindert, dass Fledermäuse sich in den Schnüren der Angelruten verfangen können, gleichzeitig könnte auf die Ausweisung von Verboten verzichtet werden.

"Wenn behauptet wird, dass die Angler sich einem Kompromiss verschließen würden, so wurde der konkrete Vorschlag der Angler bisher ausgeblendet. Das Nachtangelverbot ist keine Phantomdebatte, es ist real und bedroht unsere Angelvereine in ihrer Existenz. Ein Nachtangelverbot mache ich nicht mit!", so die Wunstorfer Regionsabgeordnete Frauke Meyer-Grosu.

Der Verordnungsentwurf für das FFH-Gebiet "Untere Leine" wurde durch die Regionsverwaltung bereits der Presse vorgestellt, die Veröffentlichung wird in Kürze erfolgen und damit auch die Beteiligung der betroffenen Kommunen beginnen. Martin Ehlerding erklärt dazu: "Wir werden als SPD-Ratsfraktion auf eine das Nachtangelverbot ablehnende Haltung der Stadt Wunstorf hinwirken. Es geht in der Diskussion nicht um 9 oder 16 betroffene Kilometer Leine, es geht um die Intensität des Eingriffs und die Erreichbarkeit des Ziels mit geringeren Mitteln. Das wollen wir betonen."

Die Zeit für den Beschluss des FFH-Gebiets drängt, da die EU Fristen gesetzt hat. "Endlich liegt der Verordnungstext zur Stellungnahme durch die Beteiligten vor. Dieser war bereits vor einigen Wochen angekündigt", sagt Frauke Meyer-Grosu. "Nun ist aber viel Porzellan zerschlagen. Von der Dezernentin hätte man erwarten können, dass sie alle Akteure an einen gemeinsamen runden Tisch holt. Zumindest ab dem Zeitpunkt, als sich herausstellte, wie brisant die Diskussion werden würde und sich die Bedeutsamkeit des Themas auch in der Öffentlichkeit herauskristallisiert hat", so Meyer-Grosu abschließend.

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