Piellusch will Pilotprojekt zur Aktivierung von Wohnungsleerstand prüfen
SPD-Bürgermeisterkandidat Carsten Piellusch will in der kommenden Wahlperiode prüfen lassen, wie längerfristig leerstehende Wohnungen in Wunstorf wieder für den Wohnungsmarkt gewonnen werden können. Dafür soll zunächst die tatsächliche Leerstandssituation untersucht und anschließend über ein räumlich begrenztes Pilotprojekt entschieden werden. Piellusch greift damit einen Vorschlag des früheren Wunstorfer Wirtschaftsförderers Uwe Schwamm auf, der in einem Thesenpapier ein stufenweises Vorgehen anregt: zunächst eine Prüfung der verfügbaren Informationen, anschließend die mögliche Erprobung eines Pilot-Leerstandskatasters und eine gezielte Ansprache der Eigentümerinnen und Eigentümer.
„Ich halte den Vorschlag von Uwe Schwamm für einen guten und sehr konkreten Impuls. Wir brauchen in Wunstorf zusätzlichen Wohnraum und werden dafür auch weiterhin neu bauen müssen. Gleichzeitig sollten wir genauso intensiv schauen, welches Potenzial bereits im vorhandenen Wohnungsbestand steckt“, sagt Piellusch.
Erst prüfen, dann pilotieren
Am Anfang soll ein Prüfauftrag stehen: Welche Informationen über mögliche Leerstände gibt es bereits und welche weiteren Daten können rechtlich genutzt werden? Als möglichen Einstieg nennt Schwamm unter anderem das Baulücken- und Leerstandskataster des Landesamts für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen.
Auf dieser Grundlage kann sich Piellusch vorstellen, zunächst mit einem räumlich begrenzten Pilotprojekt zu beginnen. „Wir sollten nicht gleich ein aufwendiges Instrument für die gesamte Stadt schaffen, ohne zu wissen, welches Potenzial tatsächlich vorhanden ist. Ein Pilotprojekt kann zeigen, wie groß der längerfristige Leerstand ist, warum Wohnungen nicht genutzt werden und was wir tun können, um sie wieder für den Wohnungsmarkt zu gewinnen.“
Im Mittelpunkt: das Gespräch mit den Eigentümern
Kern des Vorschlags ist die direkte Ansprache von Eigentümerinnen und Eigentümern sowie konkrete Unterstützungsangebote, etwa Hilfe bei der Vermarktung oder Informationen zu rechtlichen Fragen rund um die Vermietung. Schwamm schlägt vor, dies zunächst im Rahmen des Pilotprojekts zu erproben und anschließend über das weitere Vorgehen zu entscheiden. „Es geht nicht darum, jemanden unter Generalverdacht zu stellen, nur weil eine Wohnung zeitweise leer steht. Dafür kann es viele Gründe geben. Entscheidend ist, miteinander ins Gespräch zu kommen und herauszufinden, ob und wie die Stadt dabei helfen kann, vorhandenen Wohnraum wieder nutzbar zu machen“, so Piellusch.
Baustein einer breiteren Wohnraumstrategie
Für Piellusch ergänzt der Vorschlag seine bisherigen wohnungspolitischen Ziele. „Unser Ziel bleibt, zusätzlichen und vor allem bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das darf aber nicht nur eine Frage neuer Baugebiete sein. Wir müssen Neubau, die Entwicklung bereits genutzter Flächen, Nachverdichtung, Umbau und den vorhandenen Wohnungs-bestand zusammendenken. Jede leerstehende Wohnung, die wir wieder für den Wohnungsmarkt gewinnen können, hilft uns doppelt: Wir schaffen Wohnraum, ohne dafür neu bauen und zusätzliche Flächen in Anspruch nehmen zu müssen. Deshalb sollten wir diesen Ansatz ausprobieren.“